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13.10.2004 - de | |
VZ-Kultur-Serie | ||
Auf den Dialog der Steine hören | ||
Die Bildhauerin Esther Böhm öffnet ihre Werkstatt am 24. Oktober Maiersdorf. Den Tag des offenen Ateliers in Niederbayern nimmt die Vilsbiburger Zeitung als Anlass, Künstler aus der näheren Heimat zu präsentieren. Heute richtet sich der Blick auf die Skulpturen der Künstlerin Esther Böhm. Erstmals taucht ihr Name in der Liste der Kunstschaffenden auf, die am 24. Oktober ihre Werkstätten der Öffentlichkeit zugänglich machen. | ||
"Ich finde es schön, Leuten zu begegnen, die Interesse an der Kunst zeigen", begründet die Bildhauerin ihre Anmeldung. Esther Böhm möchte durch das Öffnen ihrer Werkstatt die Besucher in die Arbeitsprozesse einbeziehen, ihnen mehr Verständnis dafür vermitteln. Deshalb zeigt sie auch mittels einer Fotoreihe, wie ein großer Steinblock zu einer ihrer sanft geschwungenen und berührenden Skulpturen wird. | ||
Mit jedem Stein und jedem ihrer Werke ist eine Geschichte verbunden. Als Grundlage dienen der Bildhauerin zum Beispiel Marmor oder Speckstein. Auf die Frage, wie sie die Steine auswählt, sagt sie bildhaft: "Bis jetzt sind sie mir immer entgegen gekommen. Mein Lebensrhythmus zieht sie an." So bearbeitet die Wahl-Maiersdorferin derzeit einen grünen Marmor aus einem Gebiet an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz. | ||
Ihre Leidenschaft zum Bearbeiten und Formen von Stein habe sie 1998 entdeckt. "Damals hab ich zum ersten Mal Carrara-Marmor benutzt." Davor hatte Esther Böhm die aus Kanada stammt und dort ihr Studium der Bildhauerei und der Bildenden Künste absolvierte Erfahrungen mit den Materialien Ton und Holz gesammelt. | ||
Seit ihrer ersten Skulptur aus Stein habe sie erfahren, dass es für sie zwei Arten der Herangehensweise gebe. "Einmal, wenn man für sich selbst und nur im Stein arbeitet. Dann entwickelt sich ein Dialog auf einer Basis, die der Stein vorgibt." Die zweite Methode komme bei Auftragsarbeiten zum Tragen. Dann müsse sie sich eng mit dem Thema beschäftigen, das die fertige Skulptur wiedergeben soll. Dabei erinnert sich Esther Böhm an zwei von ihr geschaffene Grabskulpturen, die auf dem Nordfriedhof in München stehen und die empfindsame Thematik der Angehörigen weitergeben. | ||
Am Tag des offenen Ateliers wird die Künstlerin die Ausstellung mit Zeichnungen und Malerei ergänzen. Zusätzlich stellt der Künstler Markus Rusch aus Koralden bei Velden ein paar seiner Werke dazu. Auch er öffnet sein Atelier am 24. Oktober, in dem er besondere Arbeiten der Brennkunst fertigt. | ||
Wer gerne mehr über die Arbeiten von Esther Böhm erfahren möchte, kann sie am 24. Oktober in Maiersdorf besuchen. Ihr Atelier findet man, wenn man auf dem Weg von Velden nach Buchbach einige hundert Meter hinter der Ortschaft Erzmannsdorf rechts abbiegt. Schilder helfen bei der Orientierung. Mehr Infos sind unter Telefon 08741 - 96 78 08 oder unter www.ateliers-in-niederbayern.de und www.esther-boehm.de zu erfahren.-pg- | ||
Nadja Pongratz, Vilsbiburger Zeitung | ||